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Bad Segeberg, 4. Februar 2010. Fledermäuse haben es nicht leicht bei der Wohnungssuche. Wenn sie aus dem Winterschlaf erwachen, brauchen sie Sommerquartiere, in denen sie sich tagsüber ausruhen und wo sie ihre Jungtiere aufziehen können. Doch dafür geeignete Orte zu finden wird immer schwerer. Alte Bäume werden gefällt und aufgrund verbesserter Wärmeisolierung haben nur noch wenige Häuser Ritzen im Gemäuer und bieten Einfluglöcher im Dachstuhl oder Spalten unter Dachziegeln.
Um den Fledermäusen das Leben zu erleichtern und Schülerinnen und Schülern das Leben der nachtaktiven Flugkünstler näher zu bringen, hat sich der Martin-Meiners-Förderverein wieder eine Nistkasten-Aktion für Grundschulen im Kreis Segeberg ausgedacht. Zusammen mit dem Team vom Fledermaus-Zentrum Noctalis und der Kreisfachberaterin für Natur- und Umwelterziehung ist das Projekt „Naturschutzaktion Fledermauskästen" entstanden. Im Rahmen ihres Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) setzen Annika Migdalek (Fledermaus-Zentrum) und Viktorija Djadjunova (MMF) das Projekt um. Sie haben 170 Fledermauskasten-Bausätze für 35 teilnehmende Schulen bestellt und eine Bauanleitung gefertigt. An 12 Schulen helfen sie selbst aktiv beim Zusammenbau der Kästen, erzählen über das Leben der Fledermäuse und haben ein spannendes und informatives Fledermausquiz dabei.
In der Grundschule Oering haben sie begeisterten Dritt- und Viertklässler beim Fertigen der Fledermauskästen geholfen. Das Zusammenbauen der Kästen erfordert etwas Sorgfalt und Muskelkraft beim Schrauben. Die Kästen werden nämlich aus Eichenholz gebaut, damit sie besonders lange halten. Die Seitenwände dürfen keine Ritzen aufweisen, weil Fledermäuse keine Zugluft und kein Licht mögen. Hier hilft etwas Leim, um die Kästen gut abzudichten. Die Oeringer Schülerinnen und Schüler werden ihre Kästen im März, wenn es so warm wird, dass die Fledermäuse ihr Winterquartier verlassen, auf dem Schulgelände aufhängen. Dann heißt es warten und beobachten, ob kleine, flatternde Mieter in die neuen Quartiere einziehen. Behilflich beim Beobachten der Fledermäuse ist auch die Kreisfachberaterin für Natur- und Umwelterziehung, Ingrid Becker. Sie kann mit ihren sechs Detektoren samt Kopfhörern Fledermäuse hörbar machen. An ihren Tönen lassen sich Fledermausarten unterscheiden.
Auskünfte und Ratschläge können sich die Schulen jederzeit, auch nach dem Bau, im Fledermaus-Zentrum holen. Das Fledermaus-Zentrum organisiert auch eine gemeinsame Aktion zum Anbringen der Fledermauskästen: Je nach Wetter, voraussichtlich im März, kommen alle Schulen, die ihre Kästen in Segeberger Waldgebieten und am See aufhängen möchten, zum großen Fledermauskasten-Aufhängen zusammen. Wegen der Nähe zu den Kalkberghöhlen, dem beliebten Überwinterungsort für 7 der 15 schleswig-holsteinischen Fledermaus-arten, werden hier besonders viele Sommerquartiere benötigt. Die Fledermaus-Experten werden bei der Aktion auch viel Wissenswertes und Spannendes über Fledermäuse erzählen.
Der Vorsitzende des MMF, Hans Peter Sager, bedankte sich bei allen Mitwirkenden für die gelungene Kooperation und bei den Sponsoren, der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und dem Heimatverein, für die finanzielle Unterstützung.
Bild zur Pressemitteilung zum Download:
Bildunterschrift: Auftakt der großen Naturschutzaktion Fledermauskästen vom Martin-Meiners-Förderverein und dem Fledermaus-Zentrum Noctalis: Die FÖJ-lerinnen Viktorija Djadjunova (li) und Annika Migdalek (re) helfen beim Zusammenbauen der Sommerquartiere für Fledermäuse in der Grundschule Oering. Mit dabei (v. li.): Emily Plissing, Ove Arps, Jasmin Karsten, Annemieke Mader, Mattes Studt.
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Pressemitteilung
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