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Segeberger Uhu brütet erfolgreich

Erster Nachwuchs im Nest entdeckt

Bad Segeberg, 21. April 2010. Seit einigen Wochen brütet am Segeberger Kalkberg ein Uhu direkt über dem Eingang zur Kalkberghöhle. Ungerührt vom Trubel der Höhlenführungen und der Arbeiten in der Karl-May-Kulisse geht das Weibchen der größten Eulenart der Welt in einer geschützten Mulde am Fels ihrem Brutgeschäft nach. Seit vorgestern ist nun auch klar, dass die Brut erfolgreich verläuft. Der Biologe Michael Göttsche vom Landesverband Eulenschutz e.V. hatte das Glück, den ersten, wenige Tage alten Jungvogel im Nest zu entdecken.

„Wir haben hier eine einzigartige Gelegenheit, die Brut und die Jungenaufzucht aus nächster Nähe live mitzuerleben und dies einer interessierten Öffentlichkeit zu zeigen", freut sich der Biologe Florian Gloza-Rausch vom Fledermaus-Zentrum Noctalis.
Die Segeberger Fledermausexperten haben sich an den Landesverband Eulenschutz Schleswig-Holstein e.V. gewandt und Rat von den Eulenexperten im Land eingeholt.

Eulen geht es ähnlich wie Fledermäusen. Als „Geschöpfe der Nacht" haben sie über Jahrhunderte ein schlechtes Image gehabt. Der Uhu wurde in Schleswig-Holstein sogar ausgerottet und konnte erst durch ein Wiederansiedlungsprogramm als Brutvogel in den Norden zurückkehren. Mittlerweile gibt es eine stabile Uhupopulation im Land. „Wir werden an der gegenüber vom Nest liegenden Felswand eine Beobachtungsstation einrichten, und gemeinsam mit Eulenexperten des Landesverbandes ab dem kommenden Wochenende regelmäßige Besucherführungen und Kurzvorträge zur Uhu-Brut anbieten", so Gloza-Rausch weiter, der im Uhu ein Zeichen für die erfolgreiche Kooperation von Naturschutz, Umweltbildung und den unterschiedlichen Aktivitäten im Freilichttheater am Naturdenkmal Segeberger Kalkberg sieht.

Auch die Geschäftsführerin der Karl-May-Spiele, Ute Thienel, ist über den Uhu am Kalkberg erfreut. „Nachdem ich zunächst befürchtet hatte, der Uhu könnte die Nutzungsmöglichkeiten im Freilichttheater einschränken, bin ich froh, dass die Eulenexperten des Landes und die Behörden für uns grünes Licht geben. Wir werden die Umweltbildung zum Uhu durch Noctalis und den Eulenschutzverband auf jeden Fall unterstützen." Wenn es stimmt, was die Medizinmänner der Apachen glaubten, ist die Eule das Symbol für Tapferkeit und ein Garant für Jagdglück durch einen scharfen Blick. Vielleicht trägt Winnetou ja in diesem Jahr auch eine Eulenfeder als Talisman?

Bildunterschriften:
Bild 1: Der erste Junguhu ist in Bad Segeberg geschlüpft. Foto: Michael Göttsche



 

Pressemitteilung

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